Die Abgaben in
Europa auf Kraftfahrzeuge
Erwerb,
Besitz
und
Betrieb
von
Kraftfahrzeugen
unterliegen
einer
Vielzahl
von fiskalischen
Belastungen, die in
Zielsetzung, Art und Ausgestaltung international sehr unterschiedlich
sind.
Da
die
Beurteilung
der
Belastungskomponenten
für
viele
finanz-,
verkehrs-
und
wettbewerbspolitische
Fragestellungen erforderlich ist, hat das Bundesministerium der
Finanzen dem
DIW Berlin den Auftrag erteilt, einen systematischen Überblick
über die Arten
und die Höhe der Abgaben in europäischen Ländern zu
erstellen und diese
Informationen datentechnisch so aufzubereiten, dass für bestimmte
Fahrzeugkategorien aussagekräftige Darstellungen der gesamten
Abgabenbelastung
möglich sind.
Aufbauend
auf
diesen
Informationen
wird
der
in
einigen
Ländern
starke Trend zum Diesel-Pkw untersucht
und auf die
in anderen Mitgliedsstaaten hierfür erkennbaren Ursachen
eingegangen.
Der
Halter eines zum Verkehr
zugelassenen Personenkraftwagen hat in fast allen hier betrachteten
Staaten
periodisch Steuern zu entrichten.
Eine Kfz-Steuer auf Pkw
besteht – außer in Estland, Litauen, und
Polen – in
allen Ländern, allerdings werden in Frankreich, Tschechien und der
Slowakei
private Halter nicht besteuert.
Zusätzlich
sind
in
20
der
untersuchten
Staaten
Steuern
auf
die Prämien zur
Haftpflichtversicherung zu
zahlen, die 2 % bis 43 % betragen können. In einigen Ländern
sind außerdem
steuerähnliche Abgaben auf die Haftpflichtprämien zu
entrichten, die jedoch
nicht auf alle Fahrzeugarten erhoben werden.
Im
Ganzen
betrachtet
bleiben
damit
nur
in
Estland
und
Polen Autos frei von jeder periodischen Abgabe.
Die
Kfz-Steuer
ist
stets
eine
Mengensteuer.
Bei
der
Ausgestaltung
der Kfz-Steuer für
Personenkraftwagen
lassen sich acht verschiedene Bemessungsgrundlagen identifizieren, die
unterschiedlich kombiniert werden. Zusätzlich ist für die
Festlegung der
Kfz-Steuer in vier Ländern das Ergebnis des „Engine Rating“,
welches aber auch
auf diese Merkmale (Hubraum, Leistung, Kraftstoffverbrauch) zugreift,
für die
Bemessung der Steuer relevant. Am häufigsten spielen der Hubraum
und die
Antriebsart für die Höhe der Steuer eine Rolle, wobei die
Antriebsart (Otto vs.
Diesel) eine Zweiteilung des Tarifs eröffnet, während z.B.
innerhalb der
Antriebsart der Steuersatz mit dem Hubraum oder einem anderen
Fahrzeugmerkmal
differenziert wird (B, D, DK, FIN, GB, NL, P, S).
Weiterhin
ist
das
Fahrzeuggewicht
von
Bedeutung,
nur
wenige
Länder
besteuern in Bezug zur
Motorleistung oder
direkt zum Alter des Fahrzeuges. In sechs Ländern treten regionale
Unterschiede
der Kfz-Steuer auf. Geringer Kraftstoffverbrauch und modernes
Abgasverhalten
werden in elf Ländern bei der Kfz-Steuer honoriert.
Für
ein
Fahrzeug
der
Mittelklasse
hat
in
den
hier
betrachteten
Ländern der Halter jährlich bis
zu maximal 600 €
Kfz-Steuer zu entrichten.
(DIW
Forschungsprojekt im Auftrag des deutschen Bundesministeriums der
Finanzen)
Quelle:
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