Code du Travail
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26. März 2011

CEFOS Remich

Luxemburgs Arbeitsrecht



Wieviel und welcher Art Urlaub stehen Ihnen zu?

Wieviel Jahresurlaub haben Sie, wenn Sie im laufenden Jahr ins Unternehmen eingetreten sind?

Bis wann müssen Sie Ihren Urlaub genommen haben?

Kollektivurlaub im Bausektor

Wenn Sie im Urlaub krank werden

Der Urlaub aus Familiengründen

Kündigung, Arbeitsbefreiung, Urlaub




Ihr Erholungsurlaub

Ab wann haben Sie Anspruch auf einen jährlichen Erholungsurlaub?

Jeder Arbeitnehmer, auch ein Auszubildender, egal wie seine Arbeitszeit ist, hat Rechtsanspruch auf den jährlichen Erholungsurlaub; auch bei Teilzeitarbeit.


Probezeit

Rechtsanspruch auf den jährlichen Erholungsurlaub haben Sie als Beschäftigter nach 3 Monaten ununterbrochener Tätigkeit bei demselben Arbeitgeber, es sei denn, der Arbeitsvertrag endet.

Der Urlaub kann verweigert werden, wenn Sie Ihrem Arbeitsplatz fernbleiben und dadurch 10% der Zeit überschritten haben, wo Sie eigentlich hätten arbeiten müssen.


Wie lange haben Sie laut Gesetz Urlaub?

25 Arbeitstage pro Jahr,

das ergibt 2,083 Tage/Monat (1/12 von 25 Tagen).

1 Woche Urlaub <=> 5 Arbeitstagen


Die effektive Arbeitszeit

Zur "effektiven Arbeitszeit" rechnen ebenfalls:

- Abwesenheit, die bedingt ist durch Krankheit, Unfall, Schwangerschaft oder höhere Gewalt;

- die gesetzlichen Feiertage, Feiertage laut Arbeits- oder Kollektivvertrag sowie rechtlich anerkannte Streiktage.


Zu welchem Zeitpunkt im Jahr können Sie Ihren Erholungsurlaub nehmen?

Der jährliche Erholungsurlaub kann während des gesamten ablaufenden Jahres genommen werden

Folgende Ausnahmen gelten jedoch:

- Auszubildende müssen ihren Urlaub während der Schulferien erhalten.

- In der Landwirtschaft und im Weinbau gibt es keinen Urlaub vom 1. Juni bis zum 31. Oktober.

- In den Hotelbetrieben, Gaststätten und Wirtshäusern gibt es kein Urlaub vom 15. Juni bis zum 15. September.

Der Urlaub wird grundsätzlich nach Verlangen des Beschäftigten festgelegt; es muss dieser Urlaubswunsch aber vereinbar sein mit den Erfordernissen des betrieblichen oder dienstlichen Ablaufs bzw. dem billigen Wunsch der anderen Beschäftigten, ebenfalls Ihre Urlaubszeitpläne verwirklicht zu sehen.

Auf Begehren des Arbeitnehmers ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Urlaub wenigstens einen Monat im Voraus festzusetzen.

Bei Kollektivurlaub muss der Zeitabschnitt der Urlaubstage gemeinsam vom Arbeitgeber und den Arbeitnehmern oder mit der Personalvertretung festgesetzt werden.

In welchen Zeitraum der Kollektivurlaub fallen wird, muss den Beschäftigten spätestens im ersten Quartal des beginnenden Kalenderjahres mitgeteilt werden.


Berechnungszeitraum

Das Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr.


Verjährung

Der Urlaub muss während des Kalenderjahres genommen werden.

Wenn der Urlaub nicht bewilligt wurde, kann er ausnahmsweise bis zum 31. März des folgenden Jahres genommen werden, ebenso wie der Resturlaub des ersten Jahres, während desssen man im selben Unternehmen beschäftigt ist.



Aufteilung des Urlaubs

Der Urlaub sollte grundsätzlich  auf einmal genommen werden.

Um indes den Erfordernissen der Dienststellen und dem gerechtfertigten Wünschen des Arbeitnehmers gerecht zu werden, kann der Urlaub aufgeteilt werden, muss aber mindestens einen Abschnitt von 12 Arbeitstagen begreifen.


Urlaubsgeld

Für jeden Urlaubstag erhält der Beschäftigte ein Urlaubsgeld, das in seiner Höhe dem Durchschnittslohn der 3 Monate vor dem Urlaub entspricht (bzw. dem Durchschnittslohn von 12 Monaten bei Beschäftigten, deren Vergütung nach Prozenten berechnet wird oder von Monat zu Monat stark schwankt).


Krankheit

Wenn der Arbeitnehmer während des Erholungsurlaubs krank wird und die Krankheitstage von einem Arzt bestätigt werden, werden sie nicht als Urlaubstage gerechnet.

Befindet sich der Arbeitnehmer im Inland, muss er binnen 3 Arbeitstagen dem Arbeitgeber den Krankenschein ausgehändigt haben.

Befindet er sich im Ausland, so muss der Arbeitgeber den Umständen entsprechend so schnell wie möglich informiert werden.

Nach der Genesung fixieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen einen neuen Urlaubstermin.


Verboten ist Ihnen ...

Während Ihrer Urlaubszeit ist es Ihnen untersagt, sich mit einem Job Geld zu verdienen. Sie verlieren dadurch Ihren Anspruch auf bezahlten Urlaub.

Sie dürfen auch nicht auf Urlaub verzichten, welcher Ihnen zusteht, und dafür einen Geldausgleich annehmen.

Einzige Ausnahme:

Wenn Sie, nachdem Ihr Beschäftigungsverhältnis gekündigt worden ist, bei Beendigung des Arbeitsvertrages noch Anspruch auf Resturlaub haben, so kann in diesem Falle der Resturlaub ausgezahlt werden.


Aus der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte

Die Zustimmung des Arbeitnehmers, den Urlaub während einer bestimmten Zeit zu nehmen, wird hinfällig, wenn im Falle einer Kündigung die Kündigungsfrist mit dem Urlaub zeitlich zusammenfällt.

CSJ 15. Juni 1989 Computerland Europe/John Blair.

Die Abwesenheit wegen Krankheit zählt zur effektiven Arbeitzeit, ohne dass die Dauer der Abwesenheit berücksichtigt wird.

CSJ 9. November 1977 Dahm/Alcuilux P 24 , p. 31.

 
Im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer noch Recht auf sein Resturlaub, entweder in Form einer Entschädigung oder eines Guthabens an gleichwertigem Urlaub (ebenso bei Beendigung des Arbeitverhältnisses wegen Invalidität).

CSJ 27. Juni 1981 Ventura Jos Santos/Becker s.à r.l. No. 12333 In Gegensatz dazu: CSJ 12. April 1978 Centrone/Diderich-Colas.

Das Urlaubsgeld ist nicht zu zahlen im Falle, dass der Arbeitsvertrag von Rechts wegen endet (z.B. Invalidität).

Die Abwesenheitszeiten aufgrund Mutterschaftsurlaub sind gleich zu behandeln wie die effektiven Arbeitstage und werden dem Berechnungszeitraum hinzugerechnet.

CSJ 8. Oktober 1987 Fiduciaire Générale de Luxembourg/Hoffman

Der Rechtsanspruch auf Urlaub aus dem vorhergehenden Jahr erlischt definitiv am 31. März [CSJ 21. Juni 1988 Arend/Kirsch]. Ausgenommen davon ist Resturlaub, wenn man erst ein Jahr im selben Unternehmen gearbeitet hat.

CSJ 5. Juni 1988 Eltrona/Schauen

Der Arbeitnehmer, der in Urlaub geht, obwohl ihm sein Arbeitgeber dies verweigert hat, begeht eine Gehorsamsverweigerung, die so schwer wiegt, dass sie eine fristlose Entlassung (ohne Einhaltung der Kündigungsfrist) rechtfertigt.

CSJ 3. April 1981 Delguerzo/Gatez

Der Arbeitnehmer, der unfähig ist zu arbeiten, kann seinen Urlaubsanspruch nicht auf das nächste Jahr übertragen.

Cassation 9. Juli 1981 Beckerich/Goodyear S.A.



Arbeitsgesetzbuch, Buch II – Titel II. Kapitel III – Bezahlter Jahresurlaub der Lohnempfänger



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