
Flexibilisierung
der
Arbeitszeit
Wann
und
wie
ist
eine
Ausnahme
von
der
gesetzlichen
40-Stunden-Woche
möglich?
Grundsätzlich
beträgt
die
Regelarbeitszeit:
8
Stunden am Tag,
40
Stunden die Woche.
Hingegen
kann
sich
ein
Unternehmen
für
die
Einführung
einer
Referenzperiode
entscheiden.
In
der
Regel
erstreckt
sich dieser Bezugszeitraum über 4 Wochen bzw. ein Monat.
Innerhalb
dieses
Bezugszeitraums
kann
die
Normalarbeitszeit
„flexibilisiert“
werden.
Was
besagt „Flexibilisierung“?
Wenn
sich
das
Unternehmen
für
eine
Flexibilisierung
entscheidet,
kann
die
tägliche
Arbeitszeit
im
Höchstfalle
10
Stunden betragen; und die Wochenarbeitszeit maximal 48 Stunden.
Innerhalb
der Referenzperiode darf
der errechnete Durchschnitt nicht 40 Stunden pro Woche
überschreiten.
Um
die
Arbeitszeit
zu
regeln,
muss
das
Unternehmen
einen
POT (Plan
d'Organisation du Travail) aufstellen, welcher dem
Zweck
dient, die Beschäftigten über die
Arbeitszeiten zu
informieren.
Bevor
der
POT
in
Kraft
treten
kann,
muss
er
der
Personalvertretung
zur
Stellungnahme
vorgelegt, an den
Haupteingängen angeschlagen und an die ITM
eingesandt werden.
Ein
POT
muss
zwingend
folgende
Punkte
enthalten:
- Der Anfang und das
Ende einer
Referenzperiode,
- die tägliche
Arbeitszeiten,
die Wochenarbeitszeiten, Anfang und Ende der täglichen Arbeitszeit,
- die Tage, an denen
das Unternehmen
geschlossen ist, die gesetzlichen und traditionellen Feiertage, die
individuellen und kollektiven Urlaubstage,
- die Wochenruhezeit
von 44 Stunden
pro Woche und ggf. der Ersatzurlaub, der geschuldet wird, wenn diese
Ruhezeit nicht eingehalten wird.
Es
sind als Überstunden zu
betrachten innerhalb einer Referenzperiode diejenigen Stunden, die die
vorgesehenen
Grenzen der Arbeitszeiten überschreiten, selbst im Falle, dass
hierbei der
Stundendurchschnitt eingehalten werde.
Ein neuer
Gesetzentwurf sieht vor, dass in Luxemburg Arbeitszeitkonten eingeführt
werden sollen.
Die Chambre des
Salairés (CSL) kritisiert in ihrer
Stellungnahme (Avis),
dass
mehrere
Regelungen
für die Beschäftigten ungünstig
seien bzw. zu Missbrauch durch die Unternehmensleitungen einlüden.
Vielfach wird in dem Regierungsentwurf ohne einsehbaren Grund von den
bereits seit 2004 vorliegenden Empfehlungen des Wirtschafts- und
Sozialrats (CES) abgewichen.
Die Gewerkschaft OGBL hat sich vor Gericht erfolgreich dagegen zur Wehr
gesetzt, dass Luxemburgs Familienkasse Geldleistungen aus Belgien wegen
des Arbeitszeitkontenausgleichs auf Luxemburger Familienleistungen
angerechnet hat.(1)
Indem Kurzarbeit und Arbeitszeitkonten massiv genutzt wurden, hat
Deutschland die Wirtschaftskrise besser gemeistert als Länder, die
anstatt Maintien
de
l'Emploi lieber die Arbeitskräfte entlassen haben.
"Der Produktivitätseinbruch in Deutschland ist auch Reflex der
hohen internen Arbeitsmarktflexibilität,
mit der es in den Krisenmonaten gelungen ist, den Arbeitsmarkt
hierzulande zu stabilisieren: Die
Unternehmen haben den Abbau von Stunden auf Arbeitszeitkonten und das
Instrument der Kurzarbeit
genutzt, um Arbeitsplätze zu sichern. In etlichen anderen
europäischen Ländern mit hoher externer
Arbeitsmarktflexibilität, d.h. einer Anpassung an die Krise
hauptsächlich über Entlassungen, konnten die
Krisenauswirkungen dagegen nicht so erfolgreich bewältigt werden.
Dies ist umso bemerkenswerter als der Wachstumseinbruch in Deutschland
innerhalb der EU einer der stärksten war." (2)
Quellen:
(1) Allocation d'interruption de
carrière belge: L'OGBL obtient un important arrêt de
cassation
(2) Torsten Niechoj, Ulrike Stein, Sabine Stephan,
Rudolf Zwiener: Deutsche
Arbeitskosten und Lohnstückkosten im europäischen Vergleich –
Auswirkungen der Krise. Auswertung der aktuellen Eurostat-Statistik bis
2010. IMK-Report Nr. 60. März 2011.
"Kurt Lewin’s old adage—“If you want to know how
things really are, just try to change them”—is unabatedly relevant for
proposals to change work practices in gender-neutral and
family-friendly directions."
"Our results can be summarized as follows:
(1) Post-Fordist work boosts the male model of work and thus
exacerbates the time-greediness of work.
(2) Work in the household is time-greedy as well, so employees with
substantial household duties—mostly women— are less likely to work
overtime.
(3) Men and women are equally subject to the time-greedy forces of the
post-Fordist workplace.
(4) Since women have more difficulty in accommodating these time
claims, they are less likely to work in post-Fordist contexts.
"Flexibility, new technologies, and the opportunities to work beyond
contracted hours (e.g., take work home) seem to have made work more
time-greedy than before. In addition, as goal-framing theory suggests,
the post-Fordist way of organizing shifts the focus of the employee
(male and female) from working a certain number of hours to bringing a
project to a good end, no matter how long this takes. Our results have
shown that this subtle but persistent pressure is as substantial for
women as it is for men."
Quelle:
Van Echtelt, P, Glebbeek, A.;Lewis, S. & Lindenberg, S. (2009). Post-Fordist
Work: A Man's World?: Gender and Working Overtime in the
Netherlands Gender & Society, 23, 188-214.
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