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€L www.euroluxembourg.lu
20. April 2011

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Luxemburgs
Arbeitsmarkt, Besonderheiten
Luxemburgs
Arbeitsmarkt
setzt
sich
aus
drei
Segmenten
zusammen:
- die
Luxemburger,
- die
ansässigen
Ausländer,
- die
Grenzgänger.
Die
Expansion
des
Dienstleistungssektors,
insbesondere
der
Finanzdienstleistungen
und der mit den Medien verbundenen Unternehmen,
hat die Überrepräsentierung der Einwanderer an den beiden
Extremen des Ausbildungsspektrums verstärkt: einmal in den niedrig
qualifizierten Tätigkeiten, insbesondere Handarbeit, und in den
hoch qualifizierten Tätigkeiten.
Das reproduziert die Erscheinung,
die schon bei der industriellen Entwicklung des Landes hatte beobachtet
werden können: die ersten Wogen der Einwanderung unqualifizierter
Arbeiter kamen damals aus Italien, während zahlreiche
qualifizierte Arbeiter und Arbeitgeber aus Deutschland, Belgien und
Frankreich gekommen waren.
In Unterschied dazu sind die Luxemburger im
mittleren Management beschäftigt und besetzen im Wesentlichen die
Verwaltungsposten im öffentlichen Dienst. Eine Ausnahme bildet
hier der Gesundheitsbereich, wo der öffentliche Dienst zahllose
eingewanderte Arbeitskräfte umfasst. Alle Sektoren, in denen man
einen überproportionalen Anteil Luxemburger zählt,
gehören zum öffentlichen Dienst. Das Übergewicht der
Luxemburger im öffentlichen Dienst erklärt sich durch die
Kriterien der Rekrutierung, die nicht die luxemburgischen
Ansässigen genug anziehen würden, wären die angebotenen
Gehälter nicht höheren Niveaus. Insgesamt sind mehr als 40 %
der luxemburgischen Beschäftigten beim Staat oder ähnlichen
Einrichtungen beschäftigt, während sie
unterrepräsentiert sind im Hotel- und Gaststättengewerbe,
Hochbau und Tiefbau, Immobilien und bei Dienstleistungen an Haushalte,
alles Sektoren, wo das Verdienstniveau relativ niedrig liegt.
Das
Ausbildungsniveau der Ansässigen ist niedriger im Hinblick auf die
Anforderungen des Arbeitsmarktes und im Vergleich zu denen der
Grenzgänger: es gibt in der Gesamtheit der Ansässigen
verhältnismäßig mehr Erwerbstätige, die einen
Primär- oder niederen Sekundärabschluss besitzen (25 %
gegenüber 13 % in der Gesamtheit der Grenzgänger), weniger
Erwerbstätige mit einem mit einem höheren
Sekundärabschluss (46 % gegenüber 54 %), und ein bisschen
weniger mit höherem Niveau. Heutzutage stammen 53 % der in
Luxemburg arbeitenden Grenzgänger aus Frankreich, 27 % aus Belgien
und 20% aus Deutschland. Die belgischen Grenzgänger sind insgesamt
häufiger mit einem Diplom ausgestattet als die französischen
oder deutschen Grenzgänger mit einem Niveau der höheren
Ausbildung von 44 % bzw. 23 %. Schließlich weisen die
französischen, belgischen und deutschen Erwerbstätigen, die
sich in Luxemburg niedergelassen haben, einen höheren Anteil an
Diplomierten auf als die erwerbstätigen Grenzgänger.
Auf
ca.
6.000 Arbeitsplätze (ohne in Luxemburg ansässige
internationale Einrichtungen), die zwischen März 2002 und
März 2003 neu geschaffen worden sind, wurden 4.000 mit
Grenzgängern besetzt und weniger als 200 mit ansässigen
Luxemburgern. Die ansässigen Luxemburger sind somit in massiver
Weise abwesend, was die Dynamik des Arbeitsmarktes angeht.
Von
1985 bis
2001 bewegte sich diese Dynamik auf hohem Niveau: Das
Großherzogtum hatte 117.000 Arbeitsplätze geschaffen,
mehrheitlich durch Grenzgänger besetzt. Während die
Beschäftigung im Inland von 160.000 auf 277.000 stieg, nahm die
nationale Beschäftigung zu von 152.000 auf 188.000. Nachdem die
ansässigen Luxemburger 94 % der Beschäftigung im Inland im
Jahre 1985 repräsentieren, haben sie nur 32 % der neu geschaffenen
Posten besetzt, wobei ihr Anteil auf 68 % der Beschäftigung im
Inland gefallen ist. In den beiden letzten Jahren hat sich diese
Tendenz fortgesetzt in einem immer schwierigeren Arbeitsmarkt.
Diese
letzten
Jahre, als die Arbeitslosigkeitsrate ziemlich niedrig war, hat
sich das Wachstum also in starkem Maße auf das ausländische
Arbeitskräftepotenzial gestützt, wobei sogar die
Befürchtung wach gerufen wurde, dass sich dieses Reservoir
innerhalb der Region erschöpfen könnte. Wenn diese Region als
die Großregion verstanden wird mit mehr als 11 Millionen
Einwohnern und einer Anzahl Arbeitsloser, welche den voraussichtlichen
Beschäftigungsanstieg in Luxemburg im Laufe mehrerer Jahrzehnte
überschreiten wird, dürfte diese Befürchtung
ungegründet sein (OECD, 2003). Indes
könnte das Niveau der von den Arbeitgebern gesuchten
Qualifikationen ein wirklicher Engpass darstellen. Die Suche nach
Hochqualifizierten dürfte sich daher noch
stärker als
bisher auf eine globale
Basis begeben.
Quelle:
Aus
dem Fontagné-Bericht:
"Ausgestattet
mit
einem
regulierten
und
segmentierten
Arbeitsmarkt"
[Dotée
d’un
marché
du
travail
régulé
et
segmenté,
(p.
66).] Das
Wirtschaftsministerium
bzw.
das Observatoire
de
la
compétitivité bieten den
Fontagné-Bericht in einer gekürzten wie in einer
ungekürzten Fassung zum Download
an.
Eine neue CEPS/INSTEAD-Studie
untersucht
die
Auswahlkriterien
für
Bewerber,
die
von
Luxemburger
Unternehmen
für
die Personalrekrutierung
genannt werden. Im Alllgemeinen werden überwiegend die Motivation
und die Verfügbarkeit des Bewerbers genannt, das persönliche
Erscheinungsbild sowie mehr die inhaltsbezogene als die Dauer der
Berufserfahrung. Subventionen für Arbeitslose (wie etwa die Aide au
réemploi) werden nur selten als Auswahlkriterium
angeführt.
Weitere
Informationen
Statec: La
diversité
des
nationalités
au
sein
des entreprises du
Luxembourg. 03.02.2011.
Fernand
Fehlen:
Grenzüberschreitende
räumliche Mobilität als Infragestellung der sozialen
Aufwärtsmobilität - Überlegungen zur Entwicklung eines
supranationalen Arbeitsmarktes in Luxemburg.
Fernand Fehlen: Die
Grenzpendler und der Luxemburger Arbeitsmarkt. forum,
März
1995.
OGBL:
Der
Arbeitsmarkt
in
Luxemburg
Arbeitsmarkt
in
Luxemburg
Kristell Leduc: Zoom sur les
critères de sélection lors des procédures de
recrutement. Le cas des entreprises implantées au Luxembourg.
LES CAHIERS DU CEPS/INSTEAD. Population
&
Emploi. Cahier n° 2010-24, November 2010.
Anne-Sophie Genevois: Difficultés
de
recrutement
dans
les
entreprises implantées au
Grand-Duché. LES CAHIERS DU CEPS/INSTEAD.
Population & Emploi, Cahier n° 2011-05. Februar 2011.
Institut
Grand-Ducal. Section des Sciences Morales et Politiques. Population
Luxembourgeoise
:
Nationalité,
Intégration,
Langue.
Table
ronde
du
6
fevrier 2010. Luxembourg 2010. ISBN
978-2-9599794-2-2.
Viviane Loschetter:
Quotas
de femmes dans la fonction publique et le secteur privé. Question écrite n°1231
Lindenberg, S. (2006). What
sustains
market societies as open access societies? In: U.
Bindseil, J. Haucap, & Christian Wey (Eds.) Institutions in
Perspective, (pp.255-280). Tübingen: Mohr Siebeck.
Jacques Brosius: L’impact
de la crise économique sur l’emploi au Luxembourg.
LES CAHIERS DU CEPS/INSTEAD, Population & Emploi. Heft 2011-08.
März 2011.
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