Zur
Ausbildungssituation in den Gesundheitsberufen
Die
Situation
der
Ausbildung
in Luxemburg zu den Berufen im
Gesundheitsbereich
erfährt nicht nur bei den Auszubildenden, sondern auch bei den
Ausbildern immer
mehr Kritik.
Immer
weniger
Luxemburger
wählen diesen Berufszweig
1998
entschieden
sich
noch
230 Jugendliche für eine
Krankenpflegeausbildung; im
laufenden Jahr sind es gerade noch 99. Binnen
dreier Jahre gehen die Neuanmeldungen am Lycée
Technique pour les Professions
de Santé (LTPS) dramatisch
zurück: die Schülerzahlen seit 2001 um 14%, im Bereich
Krankenpflege um 43%.
Hingegen
stieg
die
Zahl
der Anerkennungen ausländischer
Abschlüsse in Luxemburg um 51 %.
Fast
nur noch Französisch gesprochen
Da
das
Personal
im
Gesundheitsbereich zunehmend aus Lothringen und Wallonien
stammt,
setzt sich das Französische als Arbeitssprache unter Kollegen,
aber auch
gegenüber den Patienten zwangsläufig immer mehr durch. Dies
ist eine Tendenz,
die gewiss nicht von allen Patienten begeistert begrüßt wird.
Die
Verquickung
der
Sprachenfrage
mit dem Arbeitsmarkt führt hier
indes noch zu der kuriosen Konstellation: Gerade weil innerhalb der
Luxemburger
Berufsausbildung großer Nachdruck auf Mehrsprachigkeit gelegt
wird, werden
dadurch in Relation zu den vergleichbaren Ausbildungsgängen im
Ausland die
Hürden für die Auszubildenden in Luxemburg dadurch höher
gelegt. In Lothringen
und in Wallonien reicht selbstverständlich für die Ablegung
der
Ausbildung die
Beherrschung des Französischen als der einzigen Landessprache
völlig aus.
Die Anforderungen an eine Reform
Die
Konsequenz,
die
man
als
Forderung
für
eine
notwendige
Reform
der
Ausbildung in
diesem Bereich
ziehen muss, ist eine höhere Qualifikation und eine
Verlängerung der
Ausbildungszeit. Dies erscheint notwendig, besonders auch im Hinblick
auf die
derzeit hohe Abbruchquote und die schwere psychische Belastung von
Berufsanfängern bei Aufnahme der Berufspraxis.
Zu
der
verbesserten
Ausbildungsqualität
müssen
gewiss
auch
ein
höherer
Status
des
Berufsfeldes
und
verbesserte Arbeitsbedingungen hinzukommen, um ihm auf
Dauer
eine höhere Attraktivität zu verschaffen.
PRISE
DE
POSITION
du Conseil d’Administration de l’Association Nationale des
Infirmières et Infirmiers Luxembourgeois(es) (ANIL) concernant
l’avant-projet de loi portant réforme du système des
soins de santé et modifiant : 1) le Code de la
sécurité sociale et
2) la loi modifiée du 28 août 1998 sur les
établissements hospitaliers
Die
Krankenpflegeausbildung
gehört
in
Luxemburg
zum
Régime
technique. Die
Bestimmungen des neuen Berufsausbildunsggesetzes betreffen daher nicht
nur die Ausbildung der Krankenschwestern bzw. Krankenpfleger/-innen (Infirmiers/
Infirmières).
Im
September
2010
startete
an
der
LTPS
in
Luxemburg
Stadt
die
erste
Krankenpflegeausbildung
nach einem neuen Modus. Anstatt wie
bislang 3 Jahre werden Krankenschwestern künftig vier Jahre lang
ausgebildet, um das Brevet
de
technicien
supérieur
(BTS)
en
soins
généraux
erhalten. Das Bac
technique
erhalten sie wie bislang schon mit Abschluss der 13. Klasse.
Über
15
Jahre
hinweg
war
die
betreffende
Ausbildung
hierzulande
nicht
EU-konform:
Anstatt
mit
4.600
Stunden, wie in der entsprechenden
EU-Direktive über die gegenseitige Anerkennung von
Berufsabschlüssen vorgesehen, umfasste sie in Luxemburg bisher nur
4.600 Stunden. Die Verbesserung der Ausbildung zählt zu den
Forderungen des Berufsverbandes Association
Nationale des Infirmiers et
Infirmières Luxembourgeoise, der auf
internationaler
Ebene dem Conseil International des Infirmières (CII)
angehört.
Es ist dann nur
noch eine Frage der Zeit, bis sich
die
Erhöhung
der
Qualifikationsanforderung
in
eine
Forderung
der
Gewerkschaften
nach
der
entsprechenden
Einstufung
in
der
Gehälterskala
niederschlagen
wird.
Die
Probleme
mit
der
Anpassung
an
geltende
EU-Reglements
ist
für
Luxemburg
mit
dieser
Ausbildungsreform
noch nicht ganz aus der Welt
geschafft. Ein neuer Luxemburger Gesetzesentwurf sieht zwar
künftig eine Anerkennung der Abschlüsse von Ärzten und
Apothekern aus Rumänien und Bulgarien vor, nicht aber diejenige
von Krankenschwestern und Hebammen.
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