Association Nationale des Infirmiers et Infirmières Luxembourgeoise
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1. März 2011

Stadt Luxemburg

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Convention collective de travail du secteur d’aide et de soins et du secteur social (CCT SAS)

Die Ausbildung zur Aide Socio-familiale

Kinderkrippen und Horte in Luxemburg

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Pflegedienste in Luxemburg

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Hebamme



Lycée Technique pour les Professions de Santé (LTPS)

Entente des Hôpitaux Luxembourgeois

Association Luxembourgeoise des Étudiants en médecine

Verband medizinischer Fachberufe e.V.

OGBL



skelett

Zur Ausbildungssituation in den Gesundheitsberufen

Die Situation der Ausbildung in Luxemburg zu den Berufen im Gesundheitsbereich erfährt nicht nur bei den Auszubildenden, sondern auch bei den Ausbildern immer mehr Kritik.

Immer weniger Luxemburger wählen diesen Berufszweig

1998 entschieden sich noch 230 Jugendliche für eine Krankenpflegeausbildung; im laufenden Jahr sind es gerade noch 99. Binnen dreier Jahre gehen die Neuanmeldungen am Lycée Technique pour les Professions de Santé (LTPS) dramatisch zurück: die Schülerzahlen seit 2001 um 14%, im Bereich Krankenpflege um 43%.

Hingegen stieg die Zahl der Anerkennungen ausländischer Abschlüsse in Luxemburg um 51 %.


Fast nur noch Französisch gesprochen

Da das Personal im Gesundheitsbereich zunehmend aus Lothringen und Wallonien stammt, setzt sich das Französische als Arbeitssprache unter Kollegen, aber auch gegenüber den Patienten zwangsläufig immer mehr durch. Dies ist eine Tendenz, die gewiss nicht von allen Patienten begeistert begrüßt wird.

Die Verquickung der Sprachenfrage mit dem Arbeitsmarkt führt hier indes noch zu der kuriosen Konstellation: Gerade weil innerhalb der Luxemburger Berufsausbildung großer Nachdruck auf Mehrsprachigkeit gelegt wird, werden dadurch in Relation zu den vergleichbaren Ausbildungsgängen im Ausland die Hürden für die Auszubildenden in Luxemburg dadurch höher gelegt. In Lothringen und in Wallonien reicht selbstverständlich für die Ablegung der Ausbildung die Beherrschung des Französischen als der einzigen Landessprache völlig aus.


Die Anforderungen an eine Reform

Die Konsequenz, die man als Forderung für eine notwendige Reform der Ausbildung in diesem Bereich ziehen muss, ist eine höhere Qualifikation und eine Verlängerung der Ausbildungszeit. Dies erscheint notwendig, besonders auch im Hinblick auf die derzeit hohe Abbruchquote und die schwere psychische Belastung von Berufsanfängern bei Aufnahme der Berufspraxis.

Zu der verbesserten Ausbildungsqualität müssen gewiss auch ein höherer Status des Berufsfeldes und verbesserte Arbeitsbedingungen hinzukommen, um ihm auf Dauer eine höhere Attraktivität zu verschaffen.

PRISE DE POSITION du Conseil d’Administration de l’Association Nationale des Infirmières et Infirmiers Luxembourgeois(es) (ANIL) concernant l’avant-projet de loi portant réforme du système des soins de santé et modifiant : 1) le Code de la sécurité sociale et 2) la loi modifiée du 28 août 1998 sur les établissements hospitaliers


Die Krankenpflegeausbildung gehört in Luxemburg zum Régime technique. Die Bestimmungen des neuen Berufsausbildunsggesetzes betreffen daher nicht nur die Ausbildung der Krankenschwestern bzw. Krankenpfleger/-innen (Infirmiers/ Infirmières).

Im September 2010 startete an der LTPS in Luxemburg Stadt die erste Krankenpflegeausbildung nach einem neuen Modus. Anstatt wie bislang 3 Jahre werden Krankenschwestern künftig vier Jahre lang ausgebildet, um das Brevet de technicien supérieur (BTS) en soins généraux erhalten. Das Bac technique erhalten sie wie bislang schon mit Abschluss der 13. Klasse.

Über 15 Jahre hinweg war die betreffende Ausbildung hierzulande nicht EU-konform: Anstatt mit 4.600 Stunden, wie in der entsprechenden EU-Direktive über die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen vorgesehen, umfasste sie in Luxemburg bisher nur 4.600 Stunden. Die Verbesserung der Ausbildung zählt zu den Forderungen des Berufsverbandes Association Nationale des Infirmiers et Infirmières Luxembourgeoise, der auf internationaler Ebene dem Conseil International des Infirmières  (CII) angehört. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Erhöhung der Qualifikationsanforderung in eine Forderung der Gewerkschaften nach der entsprechenden Einstufung in der Gehälterskala niederschlagen wird.

Die Probleme mit der Anpassung an geltende EU-Reglements ist für Luxemburg mit dieser Ausbildungsreform noch nicht ganz aus der Welt geschafft. Ein neuer Luxemburger Gesetzesentwurf sieht zwar künftig eine Anerkennung der Abschlüsse von Ärzten und Apothekern aus Rumänien und Bulgarien vor, nicht aber diejenige von Krankenschwestern und Hebammen.


Weitere Informationen

Travailler dans la Santé et le Social.

EHL: Convention collective de travail. Unter: Rubrique juridique

Ines Kurschat: Neue Krankenpflegeausbildung. d'Land éducation, 24. September 2010, S. 20.


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