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11. Februar 2011

Stadt Luxemburg

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Kollektivvertrag im Bereich Pflege und Soziales



Gesund pflegen



Petrusse

Pflegedienste in Luxemburg

Luxemburgs Familienministerin hat den in Verträgen mit dem Staat gebundenen Pflegesektor (Behinderte, besondere Betreuung Jugendlicher) in ein neues System der Finanzierung gebracht.

Bisher hatte der Staat nach der Anzahl der Betten gezahlt. Jetzt soll sich der Tarif nach dem Grad der Autonomie der zu betreuenden Personen richten: Wer mehr als 3,5 Stunden pro Woche speziellen Betreuungsbedarf hat oder nicht.


Außerdem sollen die Träger zu einer stärkeren Zielgruppenorientierung und Erstellung eines Betreuungsplanes angehalten werden.
Bei Kindern und Jugendlichen ist ein neues Gesetz vorgesehen, es unterscheidet drei Typen unterschiedlicher Betreuung pro Tag:
 
Accueil socio-éducatif 100€,
Accueil orthopédagogique 130€,
Accueil psychothérapeutique 180€.

Die Einordnung der Fälle soll durch ein neu zuschaffendes Office National de l’Enfance erfolgen.

Die Gewerkschaften haben dagegen protestiert. Zum einen fühlen sie sich schlichtweg übergangen bei der Ausarbeitung dieser Restrukturierungsmaßnahmen. Zum Anderen steht der bislang dem öffentlichen Dienst ähnliche Personalstatus auf dem Spiel, wenn dem Träger zwecks „Effizienzsteigerung“ mehr administrative Managementspielräume eingeräumt werden.


Im Juni 2010 waren die Gewerkschaft OGBL und die Arbeitgeberverbände des Pflege-und Sozialsektors zu einer Einigung bezüglich der Ausbezahlung verschiedener Lohnelemente für die Beschäftigten dieser Bereiche gekommen. Nur hatten sich die Arbeitgeberverbände nicht an dieses Abkommen und den Beschäftigten das Geld, das ihnen zusteht, nicht bis zum 31. Oktober 2010 ausgezahlt.

In der Tat steht den betreffenden Beschäftigten seit 2007 die Ausbezahlung folgender Elemente aus dem Gehälterabkommen des Öffentlichen Dienstes zugute:

• einmalig eine Prämie von 0,9% für 2007
• einmalig eine Prämie von 0,9% für 2008
• einmalig eine Prämie von 1,5% für 2009
einmalig eine Prämie von 1,5% für 2010
• 1 zusätzlicher Urlaubstag ab dem Jahr 2009
• 2 zusätzliche Tage Vaterschaftsurlaub

Da es sich hier um einen öffentlichen und nicht einen privatwirtschaftlichen Dienstleistungssektor handelt, stellt der Staat für die Kollektivvertragsverhandlungen in diesen Bereichen Geldmittel zur Verfügung, die eng an das Gehälterabkommen im Öffentlichen Dienst gekoppelt sind.


Weitere Informationen

Anne Heniqui: L’effet domino. Le nouveau modèle de financement du secteur conventionné proposé par la minstre de la Famille et de l’Integration risque de toucher les salariés là où ça fait mal. d’Land 8.7.2005, S. 8.

Anne Heniqui: Aide à l'enfance et à la famille. En suspens. d'Land, 14. Januar 2011. S. 5.

Familienministerin bereitet den Qualitätsabbau vor. OGB-L aktuell, Nr. 6, Juni 2005, S. 27.



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