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Pflegedienste in Luxemburg
Luxemburgs Familienministerin hat den in
Verträgen mit dem
Staat
gebundenen Pflegesektor (Behinderte, besondere Betreuung Jugendlicher)
in ein neues System der
Finanzierung gebracht.
Bisher
hatte
der
Staat
nach
der
Anzahl
der
Betten gezahlt. Jetzt soll sich der Tarif
nach
dem Grad der Autonomie der zu betreuenden Personen richten:
Wer mehr als 3,5
Stunden pro Woche speziellen Betreuungsbedarf hat oder nicht.
Außerdem sollen
die Träger zu einer stärkeren Zielgruppenorientierung und
Erstellung eines
Betreuungsplanes angehalten werden.
Bei
Kindern und Jugendlichen ist ein neues Gesetz vorgesehen, es
unterscheidet drei
Typen unterschiedlicher Betreuung pro Tag:
Accueil
socio-éducatif 100€,
Accueil
orthopédagogique
130€,
Accueil
psychothérapeutique
180€.
Die
Einordnung
der
Fälle
soll
durch
ein
neu
zuschaffendes
Office
National de
l’Enfance erfolgen.
Die
Gewerkschaften
haben
dagegen
protestiert.
Zum
einen
fühlen
sie
sich
schlichtweg
übergangen
bei
der Ausarbeitung dieser
Restrukturierungsmaßnahmen. Zum Anderen steht der
bislang dem
öffentlichen Dienst ähnliche Personalstatus
auf dem Spiel, wenn dem Träger zwecks „Effizienzsteigerung“ mehr
administrative Managementspielräume eingeräumt werden.
Im Juni 2010 waren die Gewerkschaft OGBL
und
die Arbeitgeberverbände des Pflege-und Sozialsektors zu einer
Einigung bezüglich der Ausbezahlung verschiedener Lohnelemente
für die Beschäftigten dieser Bereiche gekommen. Nur hatten
sich die Arbeitgeberverbände nicht an dieses Abkommen und den
Beschäftigten das Geld, das ihnen zusteht, nicht bis zum 31.
Oktober 2010 ausgezahlt.
In der Tat steht
den betreffenden Beschäftigten seit 2007 die Ausbezahlung
folgender Elemente
aus dem Gehälterabkommen des Öffentlichen Dienstes zugute:
• einmalig eine Prämie von 0,9% für 2007
• einmalig eine Prämie von 0,9% für 2008
• einmalig eine Prämie von 1,5% für 2009
• einmalig eine Prämie von 1,5% für 2010
• 1
zusätzlicher Urlaubstag ab dem Jahr 2009
• 2 zusätzliche
Tage Vaterschaftsurlaub
Da es sich hier
um einen öffentlichen und nicht einen privatwirtschaftlichen
Dienstleistungssektor handelt, stellt der Staat für die
Kollektivvertragsverhandlungen in diesen Bereichen Geldmittel zur
Verfügung, die eng an das Gehälterabkommen im
Öffentlichen Dienst gekoppelt sind.
Weitere
Informationen
Anne
Heniqui:
L’effet
domino.
Le
nouveau
modèle
de
financement
du
secteur
conventionné
proposé par la minstre de la
Famille et de l’Integration risque de toucher les salariés
là où ça fait mal.
d’Land 8.7.2005, S. 8.
Anne
Heniqui: Aide
à
l'enfance
et à la famille. En suspens.
d'Land, 14. Januar 2011. S. 5.
Familienministerin
bereitet
den
Qualitätsabbau
vor.
OGB-L
aktuell,
Nr.
6,
Juni 2005, S. 27.
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