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5. März 2011

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CEDIES (Centre de Documentation et d'Information sur l'Enseignement Supérieur)

OGBL: SYNDICAT EDUCATION ET SCIENCES



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Zugang zur Lehrerausbildung

Seit Jahren fordert der Landesverband insbesondere in Bezug auf die Lehrbeauftragten die Anerkennung praktischer Erfahrung, so wie dies in andern Ländern, beispielsweise in Frankreich, schon seit langem besteht. Die sogenannte «validation des acquis de l'expérience» wurde erstmals in das Uni-Gesetz vom 12. August 2003 eingeschrieben. Dort heißt es im Artikel 9:

«Toute personne qui a exercé pendant au moins trois ans une activité professionnelle, salariée, non salariée ou bénévole, en rapport avec l’objet de sa demande, peut demander la validation des acquis de son expérience pour justifier tout ou partie des connaissances et des aptitudes exigées pour l’obtention d’un diplôme ou titre délivré. Toute personne peut également demander la validation des études supérieures qu’elle a accomplies, notamment à l’étranger.»

Wer also praktische Erfahrung in einem bestimmten Bereich vorweisen kann, kann dies beim Erlangen eines Diploms an der Uni Luxemburg geltend machen.

Dies betrifft alle Bereiche, in denen die Uni Luxemburg Diplome und Titel ausstellt. In Bezug auf die Lehrerausbildung bietet die Uni Luxemburg zur Zeit zwei Ausbildungen mit zwei verschiedenen Abschlussdiplomen an:

  • die bisherige Ausbildung des ISERP zum Lehrerdiplom «certificat d’études pédagogiques» (CEP); genau wie vorher beim ISERP umfasst diese Ausbildung drei Jahre;

  • die neue Lehrerausbildung zum «Bachelier professionnel en sciences de l’éducation» (BPSE); dies ist eine universitäre Ausbildung von 240 ECTS-Einheiten, welche im Prinzip in 8 Semestern bewältigt werden kann. Die Aufnahme ins erste Semester erfolgt auf Grund eines Wettbewerbs («concours d’admission»).

Im Herbst 2005 wurden die ersten Studenten zum BPSE angenommen. Im darauffolgenden Jahr wurde die zweite Session gestartet. Dagegen gibt es keine Studenten mehr im ersten und im zweiten Jahr der Ausbildung zum CEP. Dort gab es 2006 nur noch ein drittes Jahr.

Durch die «validation des acquis professionnels» erhält man sowohl Zugang zur Ausbildung des BPSE, als auch Zugang zur Ausbildung in das dritte Jahr des CEP. Insbesondere letztere Möglichkeit, der Seiteneinstieg in das dritte Jahr CEP, ist interessant für die Lehrbeauftragten, die über entsprechende Erfahrung verfügen.

Zur Anerkennung der beruflichen Erfahrung und Kenntnisse schreibt der Artikel 12 des Uni-Gesetzes vor:
«Pour les étudiants pouvant se prévaloir d’une expérience et d’acquis professionnels, (…) l’accès est subordonné à la présentation d’un dossier et à un entretien devant une commission ad hoc instaurée par le recteur à cet effet.»

Interessenten müssen also ein Dossier einreichen und eine spezielle Kommission entscheidet darüber, was ihnen angerechnet wird («sur dossier»).

Auf diese Weise wurden bisher acht Lehrbeauftragte, welche die Zusatzausbildung zur Aufnahme in die „réserve des suppléants» abgelegt haben und über längere praktische Erfahrung als Lehrbeauftragte verfügen, in das dritte Jahr der Lehrerausbildung aufgenommen. Nach erfolgreichem Abschluss dieses dritten Jahres erhalten sie das Diplom des CEP, gleichberechtigt mit allen anderen Inhabern dieses Lehrerdiploms. Je nach Vorbildung oder praktischer Erfahrung können sie zusätzlich verschiedene Dispense erhalten.

Das Problem ist nur, dass – bis auf wenige "Insider" – niemand rechtzeitig von dieser Möglichkeit erfahren hatte.

Um ein Minimum an Chancengleichheit zu gewährleisten, hatte der landesverband bei der Universität Luxemburg interveniert, die sich daraufhin ihrerseits bereit erklärt hatte,  weitere Dossiers entgegenzunehmen. Wer also noch von der Möglichkeit, auf Grund der Anerkennung seiner beruflichen Erfahrung und Kenntnisse, in das dritte Jahr CEP aufgenommen zu werden, Gebrauch machen will, musste sein Dossier so schnell wie möglich, spätestens aber Anfang der Woche vom 2. Oktober 2006, im Sekretariat der Universität in Walferdingen abgeben.

Jedes Dossier umfasst obligatorisch folgende Dokumente:

  • ein Gesuch zur Aufnahme und Anerkennung der beruflichen Erfahrung und Kenntnisse;
  • eine Kopie seiner bisherigen Diplome;
  • eine Bescheinigung über die bisherige berufliche Erfahrung;
  • gegebenenfalls Bescheinigungen von Weiterbildungskursen;
  • ein Lebenslauf.

Es gibt keinerlei Garantie zur Annahme; dies hängt vom Beschluss der Kommission und von der Zahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze ab.

Wer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen will und an der Uni angenommen wird, muss natürlich bereit sein ein Jahr unbezahlten Urlaub zu nehmen (und, falls er nicht beim Ehepartner mitversichert werden kann, ev. eine eigene Krankenversicherung in Form von einer «assurance maladie continuée» abschließen). Am Gerücht, die Gemeinde oder der Staat würde während diesem Jahr den Lohn fortzahlen, ist nichts dran. Es ist zurzeit auch nicht möglich, das dritte Jahr CEP als «formation en cours d’emploi» durchzuführen.

Auf alles, weitere, inklusive den Zugang zum Bachelor (BPSE) so wie weitere Möglichkeiten zur Anerkennung der beruflichen Erfahrung und Kenntnisse, werden wir demnächst zurückkommen.


Nach einer Meldung des L'Essentiel vom 21. Dezember 2010 treten 20% der Kandidaten zur Zulassungsprüfung zum pädagogischen Praktikum als Sekundarstufenlehrer die Prüfung nicht an. 60% der Kandidaten scheitern bei dieser Prüfung.  Als Hauptursache für das Scheitern wird die fehlende Prüfungsvorbereitungszeit genannt. 166 Kandidaten wurden 2009/2010 rekrutiert.

Zum 1. Dezember 2010 hat das Erziehungsministerium 146 Lehrbeauftragte (d.h. mit einem befristeten Vertrag) in 32 verschiedenen Fächern eingestellt, insbesondere in Sprachkursen wie Französisch und Deutsch oder auch in Mathematik.


Der Staatrat (Conseil d'État) hält in seiner Stellungnahme zum Lehrerrekrutierungsgesetz dieses für nicht verfassungskonform, da es im Falle von Lehrern anders als bei anderen Laufbahnen des öffentlichen Dienstes nicht den Master (bac + 5) vorschreibt, sondern auf ein Diplom verweist, wie es sie vor dem Bolognaprozess gegeben hatte.


Die Lehrergewerkschaft SEW wendet sich dagegen, dass die Lehrbeauftragten neuerdings neben einer beträchtlichen Arbeitslast neuerdings mit einer obligatorischen Fortbildung zusätzlich belastet werden sollen, die teilweise in den Schulferien anberaumt werde.

La loi du 29 juin 2010 portant création d’une réserve nationale de chargés d’enseignement pour les lycées et les lycées techniques instaure de nouvelles conditions d’engagement des chargés d’éducation à durée déterminée et à tâche complète ou partielle. Cette loi prévoit une formation obligatoire en cours d’emploi qui s’étend sur 60 heures pour tous les chargés d’éducation engagés à durée déterminée.

Le règlement grand-ducal du 15 octobre 2010 précise que « pendant la première année d’engagement, le chargé d’éducation doit se soumettre à une formation en cours d’emploi».

Sans contester le bon sens de cette mesure, le SEW doit constater qu’une partie non négligeable des 60 heures de formation – essentiellement les modules tenus par des spécialistes étrangers parachutés pour l’occasion – aura lieu pendant les congés de Carnaval, de Pâques et de Pentecôte. Or, les chargés d’éducation sont déjà soumis à une charge de travail trop importante: ils doivent en effet assumer 24 leçons par semaine, ce qui équivaut avec la préparation, à un équivalent-travail hebdomadaire de 48 heures.

Formation des chargés d'éducation pendant les congés scolaires: Le SEW s'oppose
22.12.2010.

Wie Ines Kurschat berichtet, ist auch zu Beginn 2011 die Empörung unter den Betroffenen groß. Die Chargés de cours müssen neben ihrer laufenden Unterrichtsverpflichtung einer Pflichtausbildung nachkommen und gleichzeitig für ein Nachexamen büffeln. Und wer dabei ein paar Stunden fehlt oder gar die Prüfung versaut, ist aus dem Job. Für die Terminkollisionen und die mangelhafte Kommunikationspolitik wird der Erziehungsminister verantwortlich gemacht.


Lehrermangel an den Lyzeen

Laut L'Essentiel (28.12.2010) ist der Lehrermangel am stärksten in den Fächern Informatik, Physik und Mathematik. Im technischen Zweig haben acht Berufsrichtungen (Mechaniker, Koch, ...) überhaupt keine neuen Kandidaten gefunden.

Von 191 Praktikantenstellen konnten 2009/2010 nur 166 besetzt werden. Die Schülerzahlen sind von 2004 bis 2010 von rund 30.000 auf 35.000 gestiegen; gleichzeitig sind manche durch Pensionierung frei gewordene Lehrerstellen nicht wieder besetzt worden.



Weitere Informationen

Landesverband (28/09/2006).

Question 1333 (6.10.2006) de M. Claude Adam (DÉI GRÉNG) concernant la validation des acquis professionnels par l’Université du Luxembourg

Projet de loi portant modification : des articles 42 et 46 de la loi modifiée du 6 février 2009 concernant le personnel de l’enseignement fondamental. (Übergangsfristen Bologna)

Avis 49.059 du 17 décembre 2010 sur le projet de loi concernant le recrutement d'enseignants - ens. fondamental et postprimaire . Numéro de document parlementaire : 6215.


Conseil d'État: Avis 49.059 du 17 décembre 2010.

Viviane Loschetter: Tâche des instituteurs de l'enseignement fondamental. Question écrite n°333112.5.2009.

Ines Kurschat: Chaos Lehre. d'Land, 7. Januar 2011.

Mady Delvaux-Stehres fait le point sur le recrutement des chargés d’éducation à l’enseignement secondaire et secondaire technique. Regierungsmitteilung, 24.01.2011.

„Examen-Concours“ soll reformiert werden. Lëtzebuerger Journal, 27.01.2011.


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