
Zugang zur
Lehrerausbildung
Seit Jahren fordert der Landesverband
insbesondere in Bezug auf die Lehrbeauftragten die Anerkennung
praktischer Erfahrung, so wie dies in andern Ländern,
beispielsweise in
Frankreich, schon seit langem besteht. Die sogenannte «validation
des
acquis
de
l'expérience» wurde erstmals in das
Uni-Gesetz vom 12. August 2003 eingeschrieben. Dort heißt es im
Artikel 9:
«Toute
personne qui a exercé pendant
au
moins trois ans une activité professionnelle,
salariée, non salariée ou bénévole, en
rapport avec l’objet de sa
demande, peut demander la validation des acquis de son
expérience pour
justifier tout ou partie des connaissances et des aptitudes
exigées
pour l’obtention d’un diplôme ou titre délivré.
Toute personne peut
également demander la validation des études
supérieures qu’elle a
accomplies, notamment à l’étranger.»
Wer also praktische
Erfahrung in einem bestimmten Bereich vorweisen kann, kann
dies beim Erlangen eines Diploms an der Uni Luxemburg geltend machen.
Dies betrifft alle Bereiche, in denen die
Uni
Luxemburg Diplome und Titel ausstellt. In Bezug auf die
Lehrerausbildung bietet die Uni Luxemburg zur Zeit zwei Ausbildungen
mit zwei verschiedenen Abschlussdiplomen an:
-
die
bisherige
Ausbildung
des
ISERP
zum
Lehrerdiplom
«certificat
d’études
pédagogiques» (CEP);
genau wie vorher beim ISERP umfasst diese Ausbildung drei Jahre;
-
die
neue
Lehrerausbildung
zum
«Bachelier
professionnel en sciences de
l’éducation» (BPSE); dies ist eine
universitäre
Ausbildung von 240
ECTS-Einheiten, welche im Prinzip in 8 Semestern bewältigt werden
kann.
Die Aufnahme ins erste Semester erfolgt auf Grund eines Wettbewerbs
(«concours
d’admission»).
Im Herbst
2005 wurden
die ersten Studenten zum BPSE angenommen. Im darauffolgenden Jahr wurde
die zweite
Session gestartet. Dagegen gibt es keine Studenten mehr im ersten und
im zweiten Jahr der Ausbildung zum CEP. Dort gab es 2006 nur
noch ein drittes Jahr.
Durch die «validation
des acquis
professionnels»
erhält man sowohl Zugang zur Ausbildung des BPSE, als auch Zugang
zur
Ausbildung in das dritte Jahr des CEP. Insbesondere letztere
Möglichkeit, der Seiteneinstieg in das dritte Jahr CEP, ist
interessant
für die Lehrbeauftragten, die über entsprechende Erfahrung
verfügen.
Zur Anerkennung der beruflichen Erfahrung
und Kenntnisse schreibt der Artikel 12 des Uni-Gesetzes vor:
«Pour
les
étudiants
pouvant
se
prévaloir
d’une
expérience
et
d’acquis
professionnels,
(…)
l’accès
est
subordonné
à
la
présentation
d’un
dossier
et
à
un entretien devant une commission ad hoc
instaurée par le
recteur à cet effet.»
Interessenten müssen also
ein Dossier
einreichen und eine spezielle Kommission entscheidet darüber, was
ihnen
angerechnet wird («sur
dossier»).
Auf diese Weise wurden bisher acht
Lehrbeauftragte, welche die Zusatzausbildung zur Aufnahme in die „réserve des
suppléants» abgelegt haben und
über längere praktische
Erfahrung als Lehrbeauftragte verfügen, in das dritte Jahr der
Lehrerausbildung aufgenommen. Nach erfolgreichem Abschluss dieses
dritten Jahres erhalten sie das Diplom des CEP, gleichberechtigt mit
allen anderen Inhabern dieses Lehrerdiploms. Je nach Vorbildung oder
praktischer Erfahrung können sie zusätzlich verschiedene
Dispense
erhalten.
Das Problem ist nur, dass – bis auf wenige
"Insider" – niemand rechtzeitig von dieser Möglichkeit erfahren
hatte.
Um ein Minimum an Chancengleichheit zu
gewährleisten, hatte der landesverband bei der Universität
Luxemburg interveniert, die
sich daraufhin ihrerseits bereit erklärt hatte, weitere Dossiers entgegenzunehmen.
Wer also noch von der Möglichkeit,
auf Grund der
Anerkennung seiner beruflichen Erfahrung und Kenntnisse, in das dritte
Jahr CEP aufgenommen zu werden, Gebrauch machen will, musste sein
Dossier
so schnell wie möglich, spätestens aber Anfang der Woche vom
2. Oktober
2006, im Sekretariat der Universität in Walferdingen abgeben.
Jedes Dossier umfasst obligatorisch
folgende Dokumente:
-
ein
Gesuch
zur
Aufnahme
und
Anerkennung
der
beruflichen
Erfahrung
und
Kenntnisse;
-
eine
Kopie
seiner
bisherigen
Diplome;
-
eine
Bescheinigung
über
die
bisherige
berufliche
Erfahrung;
-
gegebenenfalls
Bescheinigungen
von
Weiterbildungskursen;
-
ein
Lebenslauf.
Es gibt keinerlei Garantie zur Annahme;
dies
hängt vom Beschluss der Kommission und von der Zahl der zur
Verfügung
stehenden Studienplätze ab.
Wer von dieser Möglichkeit Gebrauch
machen will und an der Uni angenommen wird, muss natürlich bereit
sein ein Jahr unbezahlten Urlaub
zu nehmen (und, falls er nicht beim Ehepartner mitversichert werden
kann, ev. eine eigene Krankenversicherung in Form von einer
«assurance
maladie
continuée» abschließen). Am Gerücht,
die Gemeinde oder der
Staat würde während diesem Jahr den Lohn fortzahlen, ist
nichts dran.
Es ist zurzeit auch nicht möglich, das dritte Jahr CEP als
«formation
en
cours
d’emploi» durchzuführen.
Auf alles, weitere, inklusive den Zugang
zum
Bachelor (BPSE) so wie weitere Möglichkeiten zur Anerkennung der
beruflichen Erfahrung und Kenntnisse, werden wir demnächst
zurückkommen.
Nach einer Meldung des L'Essentiel
vom 21. Dezember 2010 treten 20% der Kandidaten zur
Zulassungsprüfung zum pädagogischen Praktikum als
Sekundarstufenlehrer die Prüfung nicht an. 60% der Kandidaten
scheitern bei dieser Prüfung. Als Hauptursache für das
Scheitern wird die fehlende Prüfungsvorbereitungszeit genannt. 166
Kandidaten wurden 2009/2010 rekrutiert.
Zum 1. Dezember
2010 hat das Erziehungsministerium 146 Lehrbeauftragte (d.h. mit einem befristeten
Vertrag) in 32 verschiedenen Fächern eingestellt, insbesondere
in Sprachkursen wie Französisch und Deutsch oder auch in
Mathematik.
Der Staatrat (Conseil
d'État) hält in seiner Stellungnahme zum
Lehrerrekrutierungsgesetz dieses für nicht verfassungskonform, da
es im Falle von Lehrern anders als bei anderen Laufbahnen des
öffentlichen Dienstes nicht den Master (bac + 5)
vorschreibt,
sondern
auf
ein
Diplom
verweist,
wie
es
sie
vor
dem
Bolognaprozess gegeben hatte.
Die Lehrergewerkschaft SEW wendet sich
dagegen, dass die Lehrbeauftragten neuerdings neben einer
beträchtlichen Arbeitslast neuerdings mit einer obligatorischen
Fortbildung zusätzlich belastet werden sollen, die teilweise in
den Schulferien anberaumt werde.
La loi du 29
juin 2010 portant création d’une réserve nationale de
chargés
d’enseignement pour les lycées et les lycées techniques
instaure de nouvelles conditions d’engagement des chargés
d’éducation à durée déterminée et
à tâche complète ou partielle. Cette loi
prévoit une formation obligatoire en cours d’emploi qui
s’étend sur 60 heures pour tous les chargés
d’éducation engagés à durée
déterminée.
Le
règlement grand-ducal du 15 octobre 2010 précise que
« pendant la première année d’engagement, le
chargé d’éducation doit se soumettre à une
formation en cours d’emploi».
Sans
contester le bon sens de cette mesure, le SEW doit constater qu’une
partie non négligeable des 60 heures de formation –
essentiellement les modules tenus par des spécialistes
étrangers parachutés pour l’occasion – aura lieu pendant
les congés de Carnaval, de Pâques et de Pentecôte.
Or, les chargés d’éducation sont déjà
soumis à une charge de travail trop importante: ils doivent en
effet assumer 24 leçons par semaine, ce qui équivaut avec
la préparation, à un équivalent-travail
hebdomadaire de 48 heures.
Formation des chargés
d'éducation pendant les congés scolaires: Le SEW s'oppose
22.12.2010.
Wie Ines
Kurschat berichtet, ist auch zu Beginn 2011 die Empörung unter den
Betroffenen groß. Die Chargés
de
cours müssen neben ihrer laufenden
Unterrichtsverpflichtung einer Pflichtausbildung nachkommen und
gleichzeitig für ein Nachexamen büffeln. Und wer dabei ein
paar Stunden fehlt oder gar die Prüfung versaut, ist aus dem Job.
Für die Terminkollisionen und die mangelhafte
Kommunikationspolitik wird der Erziehungsminister verantwortlich
gemacht.
Lehrermangel an den
Lyzeen
Laut L'Essentiel
(28.12.2010) ist der Lehrermangel am stärksten in den Fächern
Informatik, Physik und Mathematik. Im technischen Zweig haben acht
Berufsrichtungen (Mechaniker, Koch, ...) überhaupt keine neuen
Kandidaten gefunden.
Von 191 Praktikantenstellen konnten 2009/2010 nur 166 besetzt werden.
Die Schülerzahlen sind von 2004 bis 2010 von rund 30.000 auf
35.000 gestiegen; gleichzeitig sind manche durch Pensionierung frei
gewordene Lehrerstellen nicht wieder besetzt worden.
Bitte beachten
Sie, dass die
auf dieser
Website angebotenen Informationen zwar nach bestem Wissen und Gewissen
laufend zusammengestellt werden, aber ohne rechtliche Gewähr
für deren Richtigkeit oder Aktualität hier angeboten werden.
Im Bedarfsfall bzw. bei Zweifeln überprüfen Sie bitte die
Angaben, Sie können hierfür die in den Quellenangaben oder im
Linkverzeichnis
angeführten offiziellen Stellen bemühen. Sie können
ebenso die Grüne Nummer
benutzen, Tel. 80028002, aus dem Ausland
0080080028002. Abhängig Beschäftigten wird unter
Umständen die
Rechtsberatung durch ihre Gewerkschaft empfohlen; Selbständigen
die entsprechende durch ihre zuständige Berufskammer oder ihren
Berufsverband. Empfehlen Sie uns bitte weiter, wenn Sie
unser
Informationsangebot hilfreich finden!
|