Ein
Arbeitsmarkt
der
vielen
Sprachen
Carlo Klein hat
in
seiner Studie, die auf Erhebungen der
Jahre 1998/99 für die Ansässigen und des Jahres 2003 für
die Grenzgänger basiert, die Vielsprachigkeit am Luxemburger
Arbeitsmarkt
statistisch erforscht. Es werden Aussagen
darüber gemacht, wie die Situation aussieht, welche Faktoren
miteinander statistisch zusammengehen; eine Antwort auf die Fragen ,
warum etwas so ist, dürfte einer weiteren Vertiefung der Analyse.
Im Falle
Luxemburgs
stößt eine stark differenzierende statistische Betrachtung
schnell an ihre Grenzen, weil die absoluten Fallzahlen bei stets
weitergetriebenen
Unterteilungen einer Kategorie (z.B. deutsche Grenzgänger, die
gut Englisch sprechen können und außerdem auf Wunsch ihres
Arbeitgebers einen Luxemburgisch-Kurs besucht haben) zu gering
ausfallen,
um noch statistische Zufallseffekte ausschließen zu können.
Es kommt
hinzu, dass der
Luxemburger Arbeitsmarkt äußerst heterogen ist, auch was die
Verteilung der verschiedenen Kategorien nach Wohnsitzland
(ansässig / nicht ansässig), Staatsangehörigkeit
(luxemburgisch, belgisch, französisch, deutsch, andere) und
Sprachenkompetenzen auf die verschiedenen Wirtschaftssektoren und
einzelnen Unternehmen betrifft.
Viele
Luxemburger sprechen an
ihrem Arbeitsplatz nicht ihre Muttersprache. Deutsche Grenzgänger
aus der Großregion haben weniger Schwierigkeiten, mit
Luxemburgisch zurechtzukommen als Deutsche, die aus anderen Gegenden
Deutschlands stammen oder gar in Luxemburg ansässig sind. Hingegen
kommen Franzosen, die im Großherzogtum wohnen, mit der
Nationalsprache relativ besser klar als Grenzgänger aus
Lothringen.
Vielfach
dominiert
Französisch als Hauptsprache am Arbeitsplatz (in der
Privatwirtschaft; im öffentlichen Dienst ist eher das
Luxemburgische zu Hause). Die Ansässigen, die von Portugal oder
von den Kapverdischen Inseln stammen, kommen meist nur mit
Französisch zurecht; hier gibt es eine große Barriere
gegenüber
Luxemburgisch und Deutsch. Alles in allem genommen, verfügen
Luxemburger wie überhaupt die in Luxemburg Ansässigen die
größeren
Kompetenzen hinsichtlich Fremdsprachen.
Man
könnte also sagen: Die Verständigung
in Luxemburg ist nicht immer einfach; aber es übt ungemein. Und gerade beim Erlernen
einer Fremdsprache kommt es zuvörderst auf die Herausforderung an,
vor die man sich gestellt sieht.
Carlo Klein: L’utilisation
des
compétences
linguistiques
sur
le
marché
du
travail
luxembourgeois
:
une
comparaison
entre
résidents
luxembourgeois,
étrangers
et
frontaliers. CEPS/INSTEAD.
Viviane Loschetter: Utilisation
de
la
notion
de "langue maternelle" dans certaines annonces de la
rubrique des offres d'emploi. Question
écrite
n°1014. 6.4.2006.
Revue
de
presse
-
congé
linguistique
Steve Connor: Speaking
a
second
language
can
delay
dementia onset for years. The
Independent, 19. Februar 2011.
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