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13. April 2011

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Ein Arbeitsmarkt der vielen Sprachen

Carlo Klein hat in seiner Studie, die auf Erhebungen der Jahre 1998/99 für die Ansässigen und des Jahres 2003 für die Grenzgänger basiert, die Vielsprachigkeit am Luxemburger Arbeitsmarkt statistisch erforscht. Es werden Aussagen darüber gemacht, wie die Situation aussieht, welche Faktoren miteinander statistisch zusammengehen; eine Antwort auf die Fragen , warum etwas so ist, dürfte einer weiteren Vertiefung der Analyse.

Im Falle Luxemburgs stößt eine stark differenzierende statistische Betrachtung schnell an ihre Grenzen, weil die absoluten Fallzahlen bei stets weitergetriebenen Unterteilungen einer Kategorie (z.B. deutsche Grenzgänger, die gut Englisch sprechen können und außerdem auf Wunsch ihres Arbeitgebers einen Luxemburgisch-Kurs besucht haben) zu gering ausfallen, um noch statistische Zufallseffekte ausschließen zu können.

Es kommt hinzu, dass der Luxemburger Arbeitsmarkt äußerst heterogen ist, auch was die Verteilung der verschiedenen Kategorien nach Wohnsitzland (ansässig / nicht ansässig), Staatsangehörigkeit (luxemburgisch, belgisch, französisch, deutsch, andere) und Sprachenkompetenzen auf die verschiedenen Wirtschaftssektoren und einzelnen Unternehmen betrifft.

Viele Luxemburger sprechen an ihrem Arbeitsplatz nicht ihre Muttersprache. Deutsche Grenzgänger aus der Großregion haben weniger Schwierigkeiten, mit Luxemburgisch zurechtzukommen als Deutsche, die aus anderen Gegenden Deutschlands stammen oder gar in Luxemburg ansässig sind. Hingegen kommen Franzosen, die im Großherzogtum wohnen, mit der Nationalsprache relativ besser klar als Grenzgänger aus Lothringen.

Vielfach dominiert Französisch als Hauptsprache am Arbeitsplatz (in der Privatwirtschaft; im öffentlichen Dienst ist eher das Luxemburgische zu Hause). Die Ansässigen, die von Portugal oder von den Kapverdischen Inseln stammen, kommen meist nur mit Französisch zurecht; hier gibt es eine große Barriere gegenüber Luxemburgisch und Deutsch. Alles in allem genommen, verfügen Luxemburger wie überhaupt die in Luxemburg Ansässigen die größeren Kompetenzen hinsichtlich Fremdsprachen.

Man könnte also sagen: Die Verständigung in Luxemburg ist nicht immer einfach; aber es übt ungemein. Und gerade beim Erlernen einer Fremdsprache kommt es zuvörderst auf die Herausforderung an, vor die man sich gestellt sieht.



Carlo Klein
: L’utilisation des compétences linguistiques sur le marché du travail luxembourgeois : une comparaison entre résidents luxembourgeois, étrangers et frontaliers. CEPS/INSTEAD.

Viviane Loschetter: Utilisation de la notion de "langue maternelle" dans certaines annonces de la rubrique des offres d'emploi. Question écrite n°1014. 6.4.2006.

Revue de presse - congé linguistique

Steve Connor: Speaking a second language can delay dementia onset for years. The Independent, 19. Februar 2011.


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