Meffo's euroluxembourg.lu

     €L www.euroluxembourg.lu

5. März 2011

NotreDameLu

Arbeit suchen


Deutschlands Absolventengehälter

Wer verdient was in Deutschland?

Die Verteilung der Bruttomonatsgehälter in Luxemburg



CEPS/INSTEAD



Moselbrücke Grevenmacher

Werden Grenzgänger schlechter bezahlt?

Die Grenzgänger werden durch die Luxemburger Wirtschaftsstatistik einmal mehr in ihrer Rolle als billige Reservearmee bestätigt. Es lässt sich statistisch unschwer ein Unterschied nachweisen in der Vergütung zwischen einheimischen Arbeitskräften und der Vergütung, die die Grenzgänger erhalten. Weniger einfach ist jedoch die Frage zu beantworten:

Worin besteht dieser Unterschied? Woher rührt er?

Als Datenbasis wurde benutzt die amtlichen Daten (Bruttostundenlöhne), wie sie der Inspection Générale de la Sécurité Sociale (IGSS) vorliegen. Darin sind alle Beschäftigten erfasst, die in Luxemburg am 31. März 2001 eine Beschäftigung inne hatten.

Im Bereich des unteren Lohnniveaus (8€ bis 15€) sind die Grenzgänger anteilsmäßig ganz klar stärker vertreten als die Einheimischen. 2001 erzielten die Einheimischen im Durchschnitt einen Stundenlohn von 15,48€; die Grenzgänger 13,73€. Das heißt: Im Schnitt verdient der Einheimische 11,3% mehr in der Stunde. Noch deutlicher wird indes der Unterschied, wenn man Grenzgänger ausschließlich mit ansässigen Luxemburgern vergleicht: Luxemburger verfügen im Durchschnitt über einen Bruttolohn von 17,39€; sie liegen damit 27% über dem entsprechenden Durchschnittswert für Grenzgänger.

Nun ist dieser Vergleich der Durchschnittszahlen von verschiedenen Personengesamtheiten alles andere als einfach zu interpretieren. Diese Personengesamtheiten unterscheiden sich ja wohl nicht nur im Hinblick auf ihr Wohnland, sondern auch im Hinblick auf ihre Ausbildung, ihre Produktivität am Arbeitsplatz, ihre sprachlichen und sonstigen Kompetenzen. Leider liefern die amtlich verfügbaren Datenbanken zu diesen Fragen nur wenig aussagekräftiges Material.

Möglicherweise verlangen Grenzgänger einfach weniger als die Einheimischen, weil sie ihre Gehaltsvorstellung an den vermutlich vergleichsweise niedrigeren Lohn- und Lebenshaltungskosten in ihrer Wohnregion orientieren.

Die Arbeitgeber bevorzugen für die meisten Jobs natürlich Grenzgänger, die mit brutto weniger als in der Heimat zufrieden sind, solange wie sie netto noch ein wenig über ihrem Niveau ihres Wohnlandes liegen. Vielleicht haben Grenzgänger aber auch einfach weniger Verhandlungsmacht und –kompetenz, weil sie sich nicht auskennen und sich leichter an ihren Arbeitsplätzen durch willigere Arbeitssuchende ersetzen lassen. Indes haben die meisten Grenzgänger einen längeren Anfahrtsweg zum Arbeitsplatz; diese höheren Kosten sollten sich eigentlich in einer Gehaltsforderung niederschlagen, die entsprechend höher liegt.

Quelle:

Jacques Brosius: Les écarts de taux de salaire entre salariés transfrontaliers et salariés résidant au Luxembourg. Cahiers PSELL Nr. 146, 2005.

Jacques Brosius: La différence de demandes salariales comme source des écarts de taux de salaire entre frontaliers et résidants luxembourgeois.  Cahiers PSELL Nr. 147, 2005.


Weitere Informationen

(hw), Einkommen in der Region stark gestiegen. Trierischer Volksfreund, 10. November 2010.

Viviane Loschetter: Licenciement des salariés non-résidents. Question écrite n°3079. 14.1.2009.


Bitte beachten Sie, dass die auf dieser Website angebotenen Informationen zwar nach bestem Wissen und Gewissen laufend zusammengestellt werden, aber ohne rechtliche Gewähr für deren Richtigkeit oder Aktualität hier angeboten werden. Im Bedarfsfall bzw. bei Zweifeln überprüfen Sie bitte die Angaben, Sie können hierfür die in den Quellenangaben oder im Linkverzeichnis angeführten offiziellen Stellen bemühen. Sie können ebenso die Grüne Nummer benutzen, Tel. 80028002, aus dem Ausland 0080080028002. Abhängig Beschäftigten wird unter Umständen die Rechtsberatung durch ihre Gewerkschaft empfohlen; Selbständigen die entsprechende durch ihre zuständige Berufskammer oder ihren Berufsverband. - Empfehlen Sie uns bitte weiter, wenn Sie unser Informationsangebot hilfreich finden!